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Die Rehabilitation in der neurologischen REHA- Klinik Heidelberg

Mein zweiter Reha-Aufenthalt erfolgte in den Schmieder-Kliniken in Heidelberg vom 12.03.2009 bis 23.04.2009. Dieser wurde erforderlich, da doch meine kognitiven Störungen mein Leistungsniveau doch deutlich einschränkten.
Als ich am Donnerstag, den 12.03.2009 zur Klinik fuhr, wußte ich nicht, was mich dort erwarten würde. Schließlich sollte mein Reha-Aufenthalt 4 Wochen dauern. Insgeheim aber hoffte ich, das mich dort nicht so ein Fiasko erwartet, wie in meiner AHB 2006/2007. Also fuhr ich höchst erwartungsvoll und hochmotiviert zur Klinik. Dort angekommen nahm ich mein Gepäck, ging zur Anmeldung, nannte meinen Namen und bekam auch schon mein Zimmer zugewiesen auf der Station O2, Zimmer 228, ein sehr gepflegtes Einzelzimmer.
Nachdem ich nun den Schlüssel erhielt, ging ich auf mein Zimmer und verstaute mein Gepäck in den Schränken. Mein erster Eindruck des Zimmers und der Klinik war sehr sauber und ordentlich. Es war kurz vor Mittag als ich meine Utensilien alle gut verstaute. Nach meinem ersten Mittagessen im Speisesaal, nahm ich mir vor, etwas die Klinik in Augenschein zu nehmen, damit ich mir beim Aufsuchen der Anwendungsräume nicht so schwer tat, aber das war leichter gesagt als getan!
Habe ich doch gerade da gemerkt, das ich doch noch arge Probleme mit meinem Gedächtnis und meiner Orientierung hatte, zumindest was das Wiederauffinden der Räume betraf.
Als es dann am selbigen Tag gegen Abend wurde und ich mich für das Abendessen vorbereitete, bekam ich am Empfang meinen ersten Anwendungsplan. Auf diesem stand nur der kommende Freitag, der 13.03.09.
Auweia, Freitag der 13te dachte ich, das kann ja heiter werden. Doch an diesem Tag hatte ich nur 3 Anwendungen zugewiesen bekommen. Ich konnte mir also für Freitag Nachmittag eine Klinikgeländebesichtigung vornehmen, was ich dann auch  nach den Anwendungen tat.
Die Ärzte, Therapeuten und alle anderen Klinikangestellten waren zu mir sehr freundlich und zuvorkommend. Auch jene, die ich im späteren Verlauf meines Aufenthaltes kennenlernte.


Die Klinik

Als das erste Wochenende nahte, beschloß ich das Klinikgelände zu verlassen und die Umgebung zu erkunden. Ordnungsgemäß meldete ich mich Samstags ab und setzte mich in Bewegung. Natürlich fragte ich vorher am Empfang, ob in der Nähe eine Gaststätte sei.
Als Antwort bekam ich ein kräftiges mit einem lächeln unterstrichenem „Ja“.
"Wie oft sie das schon gehört hat" - fragte ich mich und grinste zurück.
Nachdem ich mir aufmerksam die Weganweisung notierte, setzte ich mich nun endlich in Bewegung in Richtung zum „Bierhelderhof" und fand ihn auch nach 20 Minuten Gehweg sicher. Es war ein gutbürgerliches Gasthaus mit eigener Schlachtung (Angusrinder). Also für mich ein kleines Paradies, lach.
Ein gutes Pils (oder zwei) und ein herrlicher Zwiebelrostbraten mit extra vielen Zwiebeln rundeten den ersten Samstagabend ab. Mittlerweile wurde es Sonntag und ich bereitete mich auf eine harte, 5-tägige Woche mit vielen Anwendungen vor.

So vergingen die ersten beiden Wochen doch relativ schnell, als sich eine außergewöhnliche Arztvisite ankündigte, bestehend aus der Stationsärztin und der Chefarztvertretung, die zu mir ins Zimmer kamen. Die Ärztinnen fragten mich wie ich zu einer Verlängerung stehe? Etwas verwirrt schaute ich die beiden Ärztinnen an und lächelte etwas unglaubwürdig. Letztendlich aber nahm ich das Angebot gerne und dankbar an, da mir der Aufenthalt dort sehr gut bekam. Also wurde mein Aufenthalt auf 6 Wochen ausgeweitet. Aber auch 6 Wochen gehen einmal vorrüber und das Ende der Reha nahte doch etwas zu schnell.


Eduard und ich mit einem kleinen "Frühstücksangebot", natürlich Diät, lach! 


Die Rehabilitationsphasen:

In der Klinik gab es 6 verschiedene Phasen der neurologischen Rehabilitation. Anfänglich war ich schon mächtig gespannt, in welchen Bereich ich nun kam. Nachfolgend möchte ich kurz die einzelnen Phasen näher erläutern:

Phase A:
Akutbehandlung – Wiederherstellung der Vitalfunktionen

Phase B:
Frührehabilitation – Rehabilitation motorischer, geistiger und psychischer Funktionen; Alltags- und Sozialkompetenz

Phase C:
Frühmobilisierung, Postprimäre Rehabilitation.

Berufliche Wiedereingliederung – Förderung der Berufs- und Freizeitkompetenz

Phase D:
Allgemeine Rehabilitation, Anschlußheilbehandlung (AHB)

Phase E:
Berufsförderung, Umschulung.

Phase F:
Langzeitpflege und –betreuung von Patienten ohne Rehabilitationsfortschritte.

Was versteht man unter der Allgemeinen Rehabilitation, der Phase D?

In der Allgemeinen Rehabilitation wird auf die vorhandenen Fähigkeiten des Patienten aufgebaut. Ein möglichst früher Beginn der Rehabilitationsbehandlung sichert die besten Erfolge. Die individuellen Therapieziele können sehr verschieden sein und hängen von den konkreten  häuslichen und beruflichen Erfordernissen sowie vom augenblicklichen Leistungsvermögen des Patienten ab.

Nachdem ich mich etwas in der Klinik umschaute, war mir klar, das ich ein Phase D Kandidat war! Ich hatte also so gut wie einen Hotelaufenthalt für 6 Wochen erhalten mit neurologisch/sportlichen Anwendungen in Form von:

• Gedächtnistraining,
• Ergotherapien in Einzel- und Gruppenanwendungen,
• Neurophychologische PC-Diagnostik,  
• Entspannungstraining,
• Ernährungsberatung,
• Nordic Walking und Terraintraining
• Frühsport
• Neuropsychologischer, dreistündiger Belastungstest welcher schnell das Prädikat
  Schmiederabitur erhielt.
• u.a.

Der Erhalt der Selbstständigkeit, die Sicherung der beruflichen Integration, das Verbessern von Ausdauer und Belastbarkeit und meiner kognitiven Leistungsschwächen waren ein Teil meiner Behandlungsziele, welche in der kurzen Zeit nur geringfügig gebessert werden konnte.

Fazit:
Was die Anwendungen bzw. Therapien, den Klinikaufenthalt selbst und die Versorgung betrifft, kann ich persönlich diese Klinik jedem nur wärmstens empfehlen!

ACHTUNG!
Einen Teil der vielen Fotos die ich dort während meines Reha-Aufenthaltes gemacht habe, können Sie auf der nachfolgenden Seite "Fotoshow Reha 2009" sehen. Bitte beachten Sie jedoch dabei, damit die Bilder in der richtigen Reihenfolge dargestellt werden, im Popupmenü die Einstellung auf "Hochladedatum Aufsteigend" auszuwählen und einzustellen.
Viel Vergnügen beim anschauen der Bilder.