Rund 15 Monate später nach dem Schlaganfall, mittlerweile voll im Berufsleben stehend, stellen sich nun ernstzunehmende Verschlechterungen meines Gesundheitszustandes ein.
Es sind verheerende Leistungsdefizite meines Gedächtnisses, meiner Merkfähigkeit eingetreten und verstärkt Wortfindungsstörungen.
Auswirkungen der sensorischen Aphasie?
Fehlende Begriffe die ich zum präzisen Beschreiben von Vorgängen brauche versuche ich durch Umschreibungen zu kompensieren. Dies ist bei der Sprache schwerwiegender als beim Schreiben, da ich hier mehr Zeit zum verarbeiten brauche. Ebenso stark ausgeprägt sind meine Störungen des Gedächtisses bzw. der Merkfähigkeit.
Nach dem ich diese "Symptome“ bei mir feststellte, ging ich erneut in ärztliche Fachbehandlung, da sich das mittlerweile entscheidend auf meine Arbeitsqualität auswirkte.
Hier wurde ich jedoch unerwartet eines besseren belehrt, wurde als Simulant deklassiert, mit der Aussage ich würde mir das alles nur einbilden! Da ich noch viel zu jung bin und noch weiterhin aktiv am Berufsleben teilnehmen möchte, ergriff ich wieder in eigeninitiative andere Schritte.
Ich setzte mich mit Selbsthilfegruppen in Verbindung, kontaktierte Fachkliniken, setzte mich mit anderen Betroffenen im Schlaganfall-Forum auseinander zum Erfahrungsaustausch, kontaktierte das Beratungsbüro für Gehirnverletzte in Darmstadt um endlich weitere Schritte der Behebung meiner Defizite unternehmen zu können.
Da man heutzutage als Kassenpatient, dank der Gesundheitsreform, solche Erfahrungen machen muss ist schon sehr bedenklich!
Jedoch gebe ich nicht die Hoffnung auf, doch noch Fachärzte oder Institutionen zu finden, die mir bei dieser Problematik helfen können.
Warten wir also ab wie es weiter geht!
Fazit:
Wenn auch der Schlaganfall und deren Folgen ein schlimmes Ereignis ist, so gab es jedoch einen sehr kleinen positiven Effekt, ich nahm endlich ab!
Als ich damals auf die neurologische Intensivstation eingeliefert wurde wog ich bei einer Größe von 1,90m (ohne Haarspitzen) stolze 118 kg (netto!)!
Als ich aus der Neurologischen Klinik kam wog ich nur noch 106kg. Weitere 10kg Körpergewicht verlor ich in der REHA. Zu groß war meine Angst vor einem erneuten Schlaganfall. Als ich dann Zuhause war, verlor ich in den ersten beiden Wochen nochmals 4 kg, so dass ich nur noch 92kg wog. Ich klapperte bereits beim laufen.
Im nachhinein stellte ich meine gesamte Ernährung um was sich bis heute noch positiv auswirkt. Vor allen Dingen beim Treppensteigen oder anderer sportlichen Tätigkeiten (z.B. das einarmige Reissen von gefüllten Bierkrüge!).