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Es war ein Tag wie jeder anderer im November des Jahres 2006. Ich ging arbeiten, rauchte Zigaretten in den Pausen (damals rund 20 Stück am Tag) jedoch nicht über Lunge und hatte jede Menge Arbeitsstress und Termindruck. Ich war in einem Projekt involviert, das eine tägliche Arbeitszeit zwischen 9 und manchmal 11 Stunden ohne Pausen erforderte um den Termin halten zu können.



Blick aus meinem Büro morgens um 7.00Uhr.

Um dieser Belastung Herr zu werden verlangte ich von meinem Körper immer mehr Leistung bis ich auf einmal merkte, das er anfing sich zu wehren. Vergleichbar mit einem LKW der eine Steigung hochfährt und der Fahrer immer mehr auf das Gaspedal drückt jedoch keine Beschleunigung mehr erfolgt.

Ob es ein Burn-Out Syndrom war? Es war unbegreiflich, da ich mir immer sagte, so etwas passiert Dir nicht. Nun wurde ich eines besseren belehrt und musste es akzeptieren.

Bevor es aber so weit kam ignorierte ich die typischen Zeichen und Warnungen meines Körpers die mir sagen sollten, Jürgen, mach langsamer!

So weit so gut.


Wie fing es also an?

Es war am Samstag, den 20. Mai 2006 am frühen Morgen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, ich war schon aufgestanden um zu frühstücken, als ich ein beklemmendes Gefühl bekam, dem ein merkwürdiger Schwindel folgte.
Wieder auf der Bettkante sitzend fiel ich plötzlich nach hinten mit dem Rücken aufs Bett und war bewustlos.

45 Minuten später, immer noch so auf dem Bett halbliegend, wurden meine Beine auf's Bett gelegt.
Ich war mittlerweile im Gesicht blau angelaufen und mein ganzer Körper von Schweiß durchnäßt, als ich wieder langsam nach einer ganzen Stunde zu mir kam.

Ich spürte, das mein Hals ganz trocken war und griff nach der Wasserflasche, die neben meinem Bett stand, um etwas zu trinken, jedoch konnte ich es nicht.
Verwundert stellte ich fest,das mein linker Mundwinkel herunterhing und ich überhaupt kein Gefühl verspürte. Das Wasser lief gerade wieder so aus meinem Mund wie ich es trank.

Drei Stunden später nach dem Vorfall normalisierte sich wieder mein Zustand. Mir war zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht bewußt, in welcher Lage ich mich befand! So nahm ich dieses Ereignis nicht für bedenklich, da ich ja wieder "voll funktionsfähig" war. Welch ein Irrtum wie sich später herausstellen sollte.

Knapp eine Woche später nach dem Ereignis bekam ich dann leichte Kopfschmer-zen. Mal waren sie da, mal waren sie weg. Dieses wechselseitige Aufreten hielt bis zum November an... 

Verdacht auf eine Stirnhöhlenentzündung?

Es war in der zweiten Novemberwoche, der 15.11.2206, an dem sich abends, nach der Arbeit die Kopfschmerzen auf einmal verstärkten. Zunächst nahm ich gegen die Schmerzen Kopfschmerztabletten die auch anfänglich wirkten, jedoch nur kurzfristig.

Schließlich wurden es permanente Kopfschmerzen, die Tag und Nachts anhielten und immer stärker wurden während ich zur täglichen Arbeit ging. Zwei Wochen lang lebte ich in der Hoffnung das die Kopfschmerzen wieder von selbst vergingen, aber weit gefehlt. Schließlich rennt man ja nicht gleich wegen Kopfschmerzen zum Arzt dachte ich mir.

So langsam kam es mir dann doch etwas verdächtig vor und ich beschloß meinen Hausarzt zu kontaktierten.
Erschwerend kam hier noch hinzu, das ich ebenso starke Schmerzen im unteren Wirbelsäulenbereich bekam und auch diese anhielten. Ich konnte nur noch gekrümmt laufen. Wenn ich mich aufgerichtet habe wurden die Schmerzen unerträglich. Insgeheim vermutete ich wieder eine Thrombose... 

Also rief ich am 04.12.06 bei meinem Hausarzt wegen eines Termins an und ging noch am selben Tag zur Untersuchung zum Hausarzt, der schon allein wegen meiner Vorgeschichte Vorsicht walten ließ.

Nach Schilderung meiner Krankheitsbildes verwies der Hausarzt mich sofort an einen Röntgenarzt, der sich mit der Sache näher befassen sollte. Am 5.12.2006, bekam ich früh morgens einen Röntgentermin. 

Auf dem Röntgenbild war ein deutlicher Schatten zu sehen. Hierzu muss gesagt werden, das hier kein CT- oder Kernspinuntersuchung gemacht wurde, sondern ein "normales" Röntgenbild erstellt wurde. Der Arzt stellte daraufhin eine verwunderliche Diagnose „Verdacht auf eine Stirnhöhlenentzündung“. Ich fragte den Arzt, ob es möglich sei, das man durch eine Stirnhöhlenentzündung solch starke permanent Kopfschmerzen und Kreuzschmerzen bekommen kann? Der Arzt konnte keine Stellungnahme mehr dazu geben, da ein dringendes Telefonat unsere Sprechstunde vorzeitig beendete.

Ich verließ dann die Röntgenpraxis machte mir keine weiteren Gedanken darüber und stieg mit den Schmerzen in die Straßenbahn um wieder nach Hause zu fahren. Ob das schon der Anfang einer Hirnblutung war?

Der schicksalshafte Tag

Es war der 5.Dezember 2006, 12.30Uhr mittags als ich in der Firma anrief. Zuvor  bekam ich einen eigenartigen Schwindel der ca. eine Stunde lang anhielt.
Nachdem ich in der Firma angerufen hatte legte ich mich wieder ins Bett. Kurz darauf klingelte es an meiner Haustür.

Ich stand auf, nach wie vor schwindelig und ging in Richtung Haustür. Als ich die Tür öffnete, verabschiedete sich mein Augenlicht. Es war auf einmal alles schwarz und konnte überhaupt nichts mehr sehen, nicht mal schemenhaft. Dabei war ich bei vollem Bewusstsein. 

Ich tastete mich durch die Wohnung, dem Flur bis ins Schlafzimmer. Dann legte ich mich erleichtert ins Bett. Fast zur gleichen Zeit fing sich auf einmal alles an zu drehen…

Das ist alles an was ich mich noch erinnern kann, bevor ich ins Koma fiel.